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Proton kleiner, Neutrino leichter, Higgs gefunden?

von Redaktion am 15. Juli 2010

Die Neue Physik beginnt nicht im Black Hole, sondern im Sommerloch. Gleich drei Ankündigungen aus der Teilchenphysik haben in diesem Monat zu Aufregungen geführt. Das Proton ist kleiner, als bisher vermutet. Das Neutrino, der Wechselwirkung verweigernde Gesell an sich, ist wahrscheinlich leichter, als bisher gedacht. Und das Higgs-Boson, das „Gottesteilchen“, soll entdeckt worden sein.
Zwölf Jahre haben Physiker um Randolf Pohl versucht, Wasserstoff und Myonen einzusetzen um den Radius des Protons genauer bestimmen zu können. Nach ihrer Veröffentlichung in Nature ist der Durchmesser des Proton nun zu 0.84184 fm bestimmt. Gegenüber den bisher bekannten 0.897 fm ist das eine deutliche Abweichung. Wenn da nicht die Messgenauigkeit noch im Wege stünde, müssten jetzt die Theoretiker geschwind die Bleistifte spitzen.
In einem weiteren bemerkenswerten Experiment ist es Wissenschaftlern des MegaZ DR7-Survey um Shaun A. Thomas gelungen, anhand der Durchmusterung von 700.000 Galaxien die theoretische Obergrenze der Masse des Neutrino neu festzulegen.
Zuletzt gab es schliesslich Gerüchte, dass am Teilchenbeschleuniger Tevatron in den USA das Higgs-Teilchen entdeckt worden sein könnte. Dieses Gerücht hat das Fermilab auf seinem twitter-Account dementiert:

Let’s settle this: the rumors spread by one fame-seeking blogger are just rumors. That’s it.
5:59 PM Jul 12th via web

Das Sommerloch, eine nicht neuartige Erscheinung im Nachrichtendschungel, hat dieses Jahr die theoretische Physik erreicht. Was sich hält und was fällt, wird im Herbst sichtbar werden.

  • Diskutiere über die Vermessungen des Proton und Neutrino und das Higgs-Boson im Forum Alpha Centauri!
7 Kommentare
  1. #1 | Rudolf Uebbing |  15. Juli 2010, 21:12

    Hier bitte ich darum folgenden Satz zu überarbeiten:

    “Wenn da nicht die Messgenauigkeit noch im Wege stünde, müssten jetzt die Theoretiker geschwind die Bleistifte spitzen.”

    Richtig:
    “Da auch Messgenauigkeiten zu berücksichtigen sind, müssten jetzt die Theoretiker geschwind die Bleistifte spitzen.”

  2. #2 | galileo2609 |  15. Juli 2010, 21:48

    Herr Uebbing,

    welchen Sinn sollte es machen, einen wahren Satz in sein Gegenteil umzudrehen? Es würde daraus ja dann ein unwahrer Satz im Sinne der Aussage entstehen.
    Wollen sie nicht lieber weiter bei ihren Phantasten im Sandkasten weiterspielen, die sich die Abschaffung der Wissenschaftsfreiheit und der Grundlagenforschung zum Ziel gesetzt haben?

    Grüsse galileo2609

  3. #3 | Ernst |  15. Juli 2010, 22:09

    Sehr geehrter Herr Uebbing,

    so geht das aber nicht, zur Beantragung einer Änderung im Blogbeitrag füllen Sie bitte zuerst das Formblatt 0A-Uz23 zusammen mit der Anlage FDmme76 aus.

    Grüßle
    Ernst

  4. #4 | Rudolf Uebbing |  16. Juli 2010, 00:28

    Die Feststellung wurde getroffen: “Damit lag der neue Wert weit ausserhalb der Fehlergrenzen des alten.”

    Nachlesbar ist dieser Satz unter
    http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/das_ueberschaetzte_proton_1.6606071.html

    Rechne ich selbst auf Basis der hier angegebenen Fehlerwerte, so meine ich zu sehen, dass man sogar ausserhalb des 3-Sigma-Bereiches landet – dies ist normalerweise Anlass genug, alte Berechnungen auf unbekannte, evtl. übersehene systematische Effekte hin zu untersuchen. –

    Der Leiter der Forschergruppe (R. Pohl) teilte mit:
    “Die Theoretiker rechnen gerade wie wild nach,
    um die Ursache für die Diskrepanz zu finden.”

    (sh. b. auch Onlineseiten von Spektrum der Wissenschaft)

  5. #5 | galileo2609 |  16. Juli 2010, 01:41

    Und Herr Uebbing,

    welches Katastrophenszenario wollen sie daraus wieder schliessen? Die Messungen der Gruppe am PSI sind noch nicht unabhängig bestätigt. Weitere Untersuchuchungen sind geplant. So funktioniert Physik. Über die Konsequenzen ist man sich auch schon einig. Entweder muss man Fehler in der QED suchen oder bei der Bestimmung der Rydberg-Konstanten.

    Aber warten wir erst einmal ab, ob sich diese Messungen so bestätigen lassen. Schliesslich gibt es auch noch die jüngsten, alternativen Experimente der Gruppe um Ingo Sick.

    Grüsse galileo2609

  6. #6 | Rudolf Uebbing |  16. Juli 2010, 07:54

    Vielen Dank für die gestellte Frage. – Wie ich meine,
    sollte die Theoretische Physik in einem
    ersten Schritt entscheidend w e i t e r entwickelt
    werden, so dass a l l e vorliegenden Beobachtungen
    w i d e r s p r u c h s f r e i innerhalb eines
    e i n z i g e n Rahmens beschrieben werden können,
    ehe man mit aktiv eingreifenden Extremexperimenten ggf.
    unliebsame Überraschungen herbeiführt (einige Physiker
    erwarten geradezu Überraschungen – im Falle des
    LHC).

    Unter dem Titel einer geplanten Abhandlung
    “Definitiv vorliegende astronomische Beobachtungen
    und ihre Implikationen auf die Hochenergiephysik”
    wünschte ich mir die Darstellung
    unmittelbar überzeugender Einsichten, welche
    Überraschungen mit dem LHC denkbar sind.

    Mir geht es vorrangig darum, aufzuzeigen, welche Schwächen
    die bislang vom Experimentbetreiber vorgelegten
    Risikoanalysen aufweisen. Jedenfalls liegt
    der von einigen hochqualifizierten Personen (ELLIS z.B.)
    abgelehnte leiseste Zweifel an der Sicherheit (des LHC)etlichen anderen kritisch denkenden Personen und mir
    klar auf der Hand. Wer hier als “Wissender” sich
    zu erkennen gibt, könnte im Nachhinein sich als “Glaubender” herausstellen.

    Wohltuend ist daher eine Formulierung wie:
    Aber w a r t e n wir erst einmal ab,
    ob sich diese Messungen so bestätigen lassen.
    Schliesslich gibt es auch noch die jüngsten,
    alternativen Experimente der Gruppe um Ingo Sick.

  7. #7 | galileo2609 |  16. Juli 2010, 20:43

    Herr Uebbing,

    also wieder nur das übliche Geblubber. Dafür ist mir meine Zeit zu schade. Kommen sie wieder, wenn sie etwas Handfestes vorzuweisen haben.

    Grüsse galileo2609

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