Hundstage
Die Sommerhitze brütet über dem Land und die Hundstage lassen uns stöhnen und schwitzen. Wer kann, flüchtet ins Freibad oder sucht eine andere Möglichkeit der Abkühlung. Die Hitze macht uns aggressiv, die Autofahrer wissen ein Lied davon zu singen. Wer schon unter normalen Bedingungen zu einem hohen Aggressionslevel neigt, dem brennen unter Umständen in der Hitzewelle komplett die Sicherungen durch. Scheinbar nun so geschehen bei Deutschlands Paradekritikerin der Relativitätstheorie Jocelyne Lopez.
Die Spezielle Relativitätstheorie übersteigt die Vorstellungskraft und das Verständnis der pensionierten Sekretärin bei weitem. Das hindert die „vermutlich derzeit weltbeste messerscharfe Logikerin mit dem zurzeit weltweit gesündesten Menschenverstand“ (Originalzitat ihres väterlichen Freundes und Mentors Ekkehard Friebe) nicht, ihre hausbackene Kritik in der Öffentlichkeit zu verbreiten.
2008 wandte sich Frau Lopez an Dr. Markus Pössel, damals am Albert Einstein Institut der Max Planck Gesellschaft in Potsdam beschäftigt, zur Klärung der von ihr vermeintlich festgestellten Widersprüche in der Speziellen Relativitätstheorie. Daraus entwickelte sich ein E-Mail Austausch, in dem Dr. Pössel mit viel Geduld und Engagement versuchte, Frau Lopez die grundlegenden Konzepte der Relativitätstheorie nahezubringen und der sich mit Unterbrechung bis vor kurzem fortgesetzt hat. Doch Frau Lopez war und ist nicht am Verständnis der Theorie interessiert, sondern nur an ihrer Mission, die Gesellschaft vom Joch der wissenschaftlichen Unterdrückung zu befreien. Daher wurde der E-Mail Austausch von Dr. Pössel vor einigen Tagen mit einem offenen Brief beendet. In diesem legte er Frau Lopez die Gründe für die Beendigung der Diskussion dar und forderte sie auf, ihre im Internet sinnentstellt wiedergegebenen Zitate von ihm mit seiner erklärenden Darstellung zu ergänzen:
Sehr geehrte Frau Lopez,
nach einigen turbulenten Wochen (Dienstreisen, Lehrerfortbildung,
Tagung) bin ich jetzt endlich dazu gekommen, Ihre Mail vom 26.5. zu
lesen, die mich allerdings unangenehm überrascht hat.Ich habe mich daraufhin entschlossen, unsere Korrespondenz abzubrechen.
Meine Beweggründe habe ich in Form eines offenen Briefs auf mein Blog
gestellt. Sie finden den Beitrag unterhttp://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/relativ-einfach/zweifelhaftes/2010-07-17/kritiker-diskussionen
Sie haben eine Reihe von E-Mails, die ich Ihnen geschrieben habe, ohne
mein Einverständnis ins Internet gestellt und z.T. auch kommentiert. Im
Gegenzug möchte ich Sie auffordern, jedem dieser von mir geschriebenen
E-Mail-Texte, den folgenden Textbaustein anzufügen, der auf meine eigenen
Kommentare zu unserer Diskussion verweist:———-
Markus Pössel weist darauf hin, dass Frau Jocelyne Lopez Aussagen aus
dem E-Mail-Wechsel, zu dem auch die hier wiedergegebene E-Mail gehört,
aus seiner Sicht verzerrt und sinnentstellt zitiert. Er bittet
interessierte Leser, sich insbesondere nicht auf die Zusammenfassungen von
Frau Lopez zu verlassen. Eine ausführliche Stellungnahme von Markus
Pössel zu seinem E-Mail-Wechsel mit Relativitätskritikern, die auch für
die Diskussionen mit Frau Lopez Gültigkeit hat, finden Sie aufhttp://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/relativ-einfach/zweifelhaftes/2010-07-17/kritiker-diskussionen
———-
Die URL sollte dabei als Link auf den Blogbeitrag, den ich Ihnen genannt
habe, angelegt sein. Der Text sollte die gleiche Schriftgröße haben wie
die E-Mail und direkt auf den E-Mail-Text folgen; falls Sie den Text
farblich vom Haupttext der E-Mail absetzen wollen, wählen Sie bitte die
Farbe #0000AA.Mit den besten Grüßen,
Markus Pössel
Doch Frau Lopez ist wenig überraschend nicht gewillt, dem Wunsch von Dr. Pössel nachzukommen. Im Gegenteil überhäuft sie in ihrem Blog Dr. Pössel mit Schmähungen und Vorwürfen. Damit wird einmal mehr deutlich, dass eine Diskussion mit „unorthodoxen Kritikern“ (ein von Dr. Pössel geprägter Begriff) nicht nur zwecklos, sondern sogar kontraproduktiv ist, da Aussagen der wohlmeinenden Diskussionspartner von den Kritikern sinnentstellt für ihre eigene Mission instrumentalisiert werden. Leider werden solche dummdreiste Kritikerpamphlete auch nach dem Ende der Hundstage ihren Weg in die Öffentlichkeit finden.
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unorthodoxen Kritikern?
nein, weder unorthodox und schon überhaupt nicht Kritikerin. Ach, Enfanterrible vielleicht? lächerlich !
Menschliche Klugheit setzt ein offenes und interessiertes Weltbild voraus, denn sie ist das Ergebnis vieler Lernprozesse. Sind diese nicht vorhanden, so ist ein Mensch unfähig, sich auf neue Situationen passend einzustellen.
@rss: Klugheit ist keine absolute Grösse. Allerdings stellt sich die Frage, warum jemand dessen intellektuellen Möglichkeiten nicht ausreichend sind eine komplexe Thematik zu erfassen und zu verstehen, sich gerade auf dieses Thema fixiert – und zwar nicht mit dem Ziel es schlussendlich doch zu verstehen. Noch dazu, wenn das Thema für das alltägliche Leben unbedeutend ist. Normalerweise wird ein solches Thema in so einem Fall einfach ignoriert. Statt dessen endlos Energie und Zeit zu investieren, um mit missionarischem Eifer die Welt zu bekehren ist für mich unverständlich.
@Karl
Gute Frage,
einen Mangel an fehlender intellektueller Sachkompetenz wird man Ihr schwerlich vorwerfen können, wie in Ihren rhetorischen Ausweichmanövern belegt ist. Sie kennt sich aus, bestens, Einstein aus dem ‚ff’
Nach unbestätigten Gerüchten aus Kreisen ausgebuffter Relativisten soll sich *…hüstl…* unsere “weltbeste messerscharfe Logikerin mit dem zurzeit weltweit gesündesten Menschenverstand“ dem Großen und einzigartigen Führer Kim Jong-il im Geiste verbunden fühlen?
@rss:
Ich nehme an, dass das ironisch gemeint ist? Seit Jocelynes Auseinandersetzung mit dem Ziegenproblem glaube ich bei ihr an keine Sachkompetenz. Weder in Physik, noch in Mathematik.