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Wolfgang Engelhardt und sein Unsinn mit dem Michelson-Interferometer

von Redaktion am 7. September 2014

Engelhardt-Unsinn, Folge 3: Als eingefleischter Einstein-Widerleger hat Dr. Engelhardt ein Problem mit dem Michelson-Morley Experiment, wie viele andere selbsternannte Widerleger auch. Widerspricht doch das Experiment der Hypothese eines absoluten Lichtäthers. Schon Prof. Thim hat versucht das Michelson-Morley Resultat mit nichtrelativistischer Physik zu beschreiben. Die Erklärung von Engelhardt weist noch haarsträubendere Fehler auf als jene von Prof. Thim.

Die Widerlegung von Engelhardt datiert vom Mai 2011. Offenbar war ihm dessen Absurdität bewusst, denn entgegen seiner sonstigen Gepflogenheit publizierte er diese nicht bei Arxiv.org sondern nur auf der kürzlich gehackten Webseite der NPA. RelativKritisch hat sich schon mehrfach mit Dr. Engelhardt beschäftigt und ihm nicht nur zwei Artikel gewidmet, sondern auch einen Gastbeitrag von ihm veröffentlicht. Alle drei Beiträge wurden kontrovers diskutiert. Dr. Engelhardt hat konsequent jede Kritik ignoriert und an allen seinen fehlerhaften Argumenten festgehalten. Dr. Engelhardt erweist sich damit als Prototyp des „Scientific cranks“. Egal, wie absurd und haarsträubend seine Fehler auch sein mögen, was er sagt, ist aus seiner eigenen Sicht immer richtig. Mit seiner Widerlegung des Michelson-Morley Ergebnisses wird jedoch offensichtlich, was kaum jemand noch in Zweifel gezogen hat. Dr. Engelhardt ist ein Crank wie er im Buche steht. Er ignoriert und verdreht Fakten ohne jede Rücksicht und wider besseren Wissens, mit dem einzigen Ziel, seine pseudowissenschaftliche Anti-Einstein-Propaganda voranzutreiben.

Engelhardt, W., "Phase and Frequency Shift in a Michelson Interferometer," Natural Philosophy Alliance, 2011

Abb. 1: Engelhardt, W., „Phase and Frequency Shift in a Michelson Interferometer,“ Natural Philosophy Alliance, 2011 (PDF-Dokument)

In der Zusammenfassung seiner Widerlegung schreibt Engelhardt (siehe Abb. 1, Übersetzung durch die Redaktion):

In dieser Arbeit wird gezeigt, dass eine klassische mechanische Trägertheorie – sei es für Licht oder sei es für Schall – tatsächlich das beobachtete Nullresultat vorhersagt. Michelson erwartete eine Verschiebung der Interferenzringe, wenn sein Interferometer im „Ätherwind“ gedreht wird. Eine solche Phasenänderung erfordert jedoch eine vorübergehende Frequenzänderung in einem der Arme des Interferometers. Da der „Ätherwind“ die Frequenz im Interferometer nicht ändert, kann sich auch keine Phasenverschiebung auftreten.

Engelhardts Behauptung, dass eine Phasenänderung eine vorübergehende Änderung der Länge der Interferometerarme erfordert, ist schlicht Unsinn. Das Michelson-Interferometer soll Lichtlaufzeitdifferenzen zwischen den beiden Armen des Interferometers messen, die durch den „Ätherwind“ verursacht werden – wenn es einen solchen gibt. Der „Ätherwind“ bestimmt die Lichtgeschwindigkeit in den Armen und damit die Laufzeit. Die Frequenz des Lichts bestimmt der Sender, also die Lichtquelle. Ganz allgemein sendet der Sender (angenommen bei x=0) ein Signal f(t), das sich ungedämpft in Richtung der x-Achse mit der Geschwindigkeit c ausbreitet (siehe Abb. 2).

Sender sendet einen Impuls

Abb. 2: Ein Sender sendet einen Impuls, der sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausbreitet. Die rote Kurve zeigt den zeitlichen Verlauf des gesendeten Signals. Die grüne und die blaue Kurve zeigen die sich in x-Richtung bewegenden Impulse. Der blaue Impuls bewegt sich doppelt so schnell wie der grüne.

 
An einer beliebigen Stelle x>0 kommt das Signal nach einer gewissen Laufzeit T(x) später an. Ein Empfänger detektiert dann eine Signal f(t-T(x)). Läuft das Signal auf dem Weg vom Sender zum Empfänger mit der konstanten Geschwindgkeit c, ergibt sich T(x)=x/c und damit f(t-x/c). Macht man zu einem bestimmten Zeitpunkt t eine Momentaufnahme des Signals, so erhält man z.B. für t=0 den örtlichen Verlauf des Signals mit f(-x/c). Das ist das gespiegelte und mit 1/c skalierte gesendete Signal, je nach Zeitpunkt mehr oder weniger weit nach rechts verschoben. Je grösser die Geschwindigkeit c ist, um so mehr wird das Signal gedehnt und um so früher kommt es bei Empfänger an (siehe Abb. 2). Die Funktion

\displaystyle \tilde{f}(t,x)=f(t-\frac{x}{c}) (1)

ist übrigens eine allgemeine Lösung der homogenen Wellengleichung

\displaystyle \frac{\partial^2 \tilde{f}}{\partial x^2}-\frac{1}{c^2}\,\frac{\partial^2 \tilde{f}}{\partial t^2}=0, (2)

wie man durch Nachrechnen prüfen kann.

Für das Michelson-Interferometer wurde nun monochromatisches Licht, also eine harmonische Schwingung, als Signal verwendet mit dem auch Dr. Engelhardt seine Rechnung durchgeführt hat:

\displaystyle f(t)=-A\sin(\omega t)=A\sin(-\omega t). (3)

Beim Empfänger an der Stelle x>0 erhalt man damit

\displaystyle f(t-\frac{x}{c})=-A\sin(\omega(t-\frac{x}{c}))=A\sin(-\omega(t-\frac{x}{c})) (4)

und weiter

\displaystyle A\sin(-\omega(t-\frac{x}{c}))=A\sin(\frac{\omega}{c}x-\omega t)=A\sin(kx-\omega t) (5)

Wobei

\displaystyle k=\frac{\omega}{c}=\frac{2\pi}{\lambda} (6)

der Wellenvektor ist. \lambda=2\pi c/\omega ist die Wellenlänge, die bei vom Sender vorgegebener Kreisfrequenz \omega von der Geschwindigkeit c abhängt. Je grösser c ist, um so grösser ist die Wellenlänge \lambda (siehe Abb. 3).

Der Sender sendet ein Sinussignal mit der Frequenz ω (rote Kurve), das sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausbreitet (grüne und blaue Kurve). Das blaue Signal läuft doppelt so schnell wie das rote Signal und hat daher die doppelte Wellenlänge.

Abb. 3: Der Sender sendet ein Sinussignal mit der Frequenz ω (rote Kurve), das sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit ausbreitet (grüne und blaue Kurve). Das blaue Signal läuft doppelt so schnell wie das rote Signal und hat daher die doppelte Wellenlänge.

 
Die Phasenverschiebung zwischen gesendetem und empfangenem Signal in einem Interferometerarm mit der Länge L erhält man mit dem mittleren Term in Gl. (4) zu

\displaystyle -A\sin(\omega(t-\frac{2L}{c_i}))=-A\sin(\omega t - \varphi_i), (7)
\displaystyle \varphi_i=2L\frac{\omega}{c_i}=4\pi L\frac{1}{\lambda_i}, (8)

wobei c_i die mittlere Geschwindigkeit im jeweiligen Arm des Interferometers ist. Zwischen den beiden Signalen mit den Geschwindigkeiten c_1 und c_2 ergibt sich dann eine Phasendifferenz von

\displaystyle \Delta\varphi=\varphi_1-\varphi_2=2L\omega(\frac{1}{c_1}-\frac{1}{c_2})=4\pi L(\frac{1}{\lambda_1}-\frac{1}{\lambda_2}). (9)

Wird das Interferometer um 90° gedreht, wird \Delta\varphi zu -\Delta\varphi und die gesamte Phasenverschiebung für die Interferenzringe ergibt sich zu \Delta\phi=2\Delta\varphi.

Dr. Engelhardt behauptet nun, dass \Delta\phi=0 sein muss, da \lambda von der Signalgeschwindigkeit unabhängig sei (\lambda_1=\lambda_2=\lambda) und führt dazu in seiner Widerlegung einen geradezu aberwitzigen „Beweis“ an (siehe Abb. 4).

Unbrauchbares Räderbeispiel von Engelhardt auf Seite 4 in „Phase and Frequency Shift in a Michelson Interferometer,“ Natural Philosophy Alliance, 2011

Abb. 4: Unbrauchbares Räderbeispiel von Engelhardt auf Seite 4 in „Phase and Frequency Shift in a Michelson Interferometer,“ Natural Philosophy Alliance, 2011 (siehe Abb. 1)

Er vergleicht dazu den Sachverhalt im Interferometer mit den beiden Rädern auf einer Achse. Doch die Räder auf der Achse haben eine fixe „Wellenlänge“, nämlich ihren Umfang. Der ändert sich naturgemäss nicht, wenn das Auto schneller oder langsamer fährt. Deshalb müssen sich die Räder schneller drehen (eine höhere Frequenz haben), wenn das Auto schneller fährt. Beim Interferometer hängt die Wellenlänge jedoch sehr wohl von der Signalgeschwindigkeit ab (siehe Gl. (8)). Engelhardts „Beweis“ ist völlig unbrauchbar und seine Widerlegung löst sich in Luft auf.

Damit zeigt Dr. Engelhardt einmal mehr, dass ihm für seine Crackpot-Physik kein Unsinn zu absurd ist. Mit Wissenschaft haben seine Pamphlete nichts zu. Was Dr. Engelhardt bewegt, diesen Nonsens zu veröffentliche, obwohl er es als promovierter Physiker besser wissen muss, bleibt jedem selbst überlassen zu beurteilen.

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2.540 Kommentare | Kommentar schreiben
 
  1. #2501 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 15. Juni 2017, 09:54

    Noblinski schrieb am 14. Juni 2017, 16:31:

    Martin Raible schrieb am 14. Juni 2017, 10:50:

    Die Zeitdilatation ist keine Angelegenheit der Wahrnehmung. Für jeden der beiden Beobachter geht die jeweils zu ihm bewegte Uhr wirklich langsamer als die eigene Uhr.

    Wenn Sie das sagen. Wenn die beiden Beobachter keine Trantüten sind und zudem miteinander kommunizieren können, dann werden sie ohne oder mit kurzer Rechnung darauf kommen, dass ihre Uhren gleich schnell gehen. Nebenher bemerkt, könnte man Uhren, die bereits gleich schnell gehen, auch im bewegten Zustand synchronisieren. Aber das ist ein anderes heikles und einsteinunfreundliches Thema. Es wäre überhaupt besser, Einstein als Autorität hätte selber dazu Stellung genommen. Ich vermute, er war selber unsicher.

    Er hat dazu 1938 Stellung genommen, wenngleich in verklausulierter Form: https://www.researchgate.net/publication/279530691_Einstein's_Third_Postulate

    „…in this case there would have to be many clocks in the upper c.s. and only one in the lower“

    Damit hat er unterstellt, dass Inertialsysteme nicht gleichberechtigt sind. Das „bewegte System“ kann nur mit einer einzigen Uhr am Ursprung bestückt werden, während das „ruhende System“ im Prinzip an jedem Punkt eine Uhr haben kann, entsprechend § 1, Einstein 1905.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  2. #2502 | Martin Raible | 15. Juni 2017, 18:18

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 15. Juni 2017, 09:54:

    Noblinski schrieb am 14. Juni 2017, 16:31:

    Martin Raible schrieb am 14. Juni 2017, 10:50:

    Die Zeitdilatation ist keine Angelegenheit der Wahrnehmung. Für jeden der beiden Beobachter geht die jeweils zu ihm bewegte Uhr wirklich langsamer als die eigene Uhr.

    Wenn Sie das sagen. Wenn die beiden Beobachter keine Trantüten sind und zudem miteinander kommunizieren können, dann werden sie ohne oder mit kurzer Rechnung darauf kommen, dass ihre Uhren gleich schnell gehen. Nebenher bemerkt, könnte man Uhren, die bereits gleich schnell gehen, auch im bewegten Zustand synchronisieren. Aber das ist ein anderes heikles und einsteinunfreundliches Thema. Es wäre überhaupt besser, Einstein als Autorität hätte selber dazu Stellung genommen. Ich vermute, er war selber unsicher.

    Er hat dazu 1938 Stellung genommen, wenngleich in verklausulierter Form: https://www.researchgate.net/publication/279530691_Einstein's_Third_Postulate

    „…in this case there would have to be many clocks in the upper c.s. and only one in the lower“

    Damit hat er unterstellt, dass Inertialsysteme nicht gleichberechtigt sind. Das „bewegte System“ kann nur mit einer einzigen Uhr am Ursprung bestückt werden, während das „ruhende System“ im Prinzip an jedem Punkt eine Uhr haben kann, entsprechend § 1, Einstein 1905.

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. Selbstverständlich kann auch das bewegte System mit beliebig vielen Uhren bestückt werden. Nur gehen diese bewegten Uhren nur im bewegten System synchron, während sie im ruhenden System nicht synchron gehen. Deswegen muss man, wenn eine Zeichnung einen Zeitpunkt im ruhenden System und damit nicht einen Zeitpunkt im bewegten System darstellen soll, verschiedene Zeiten auf den bewegten Uhren eintragen, so wie es sich aus einer genauen Rechnung mit Hilfe der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und Einsteins Synchronisationsverfahrens ergibt. Sie haben dagegen in der Abbildung in der Mitte von Seite 4 Ihres Papers „Einstein’s Third Postulate“ auf allen bewegten Uhren dieselbe Zeit eingetragen, obwohl die Zeichnung einen Zeitpunkt im ruhenden System darstellt (denn die ruhenden Uhren zeigen in der Zeichnung die gleiche Zeit). Ihre Zeichnung ist also falsch. Nur aufgrund dieser falschen Zeichnung behaupten Sie einen Widerspruch zwischen Einsteins Uhrensynchronisation und der Lorentz-Transformation. Ihr Paper ist damit nur für den Papierkorb geeignet.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  3. #2503 | Martin Raible | 15. Juni 2017, 18:34

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind.

    Ich zitiere aus Einsteins Artikel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ von 1905 auf Seite 891: „…, sondern daß vielmehr für alle Koordinatensysteme, für welche die mechanischen Gleichungen gelten, auch die gleichen elektrodynamischen und optischen Gesetze gelten, wie dies für die Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist. Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wirt) zur Voraussetzung erheben …“

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  4. #2504 | Noblinski | 16. Juni 2017, 00:42

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. …“

    Ja. Er hat übersehen, dass man ein ruhendes System nach der Synchronisation der Uhren erst beschleunigen muss, um ein bewegtes System zu erhalten. Gleichberechtigt sind die Systeme dann nur, wenn man dafür sorgt, dass sie zumindest betragsmäßig dieselbe Beschleunigungsgeschichte haben. Der Witz ist eben, das Einstein immer von anfangs synchronisierten Uhren ausgeht. Seine als ideal dargestellte Synchronisationsmethode aber erfordert den Ruhezustand beider Systeme. Das wird die RT wohl nicht verändern, aber ihre Gültigkeit könnte sich einschränken. Die identischen Beschleunigungshistorien aller Uhrentransporteure, die zur Universellen Zeit führen, sind ja auch eingeschränkt auf Räume, die klein gegen das Weltalter sind.

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  5. #2505 | Noblinski | 16. Juni 2017, 09:11

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 00:42:

    Seine als ideal dargestellte Synchronisationsmethode aber erfordert den Ruhezustand beider Systeme. Das wird die RT wohl nicht verändern…

    Die Fehler durch Beschleunigung, die beim Gang von Uhren entstehen, kann man freilich durch Versuche ermitteln und vor dem Versuch mit gleichförmig bewegten Systemen heraus rechnen. Dagegen gäbe es nichts einzuwenden. Aber das Korrekturrechnen von Uhrzeiten ist ja gerade das Faible der Relativisten nicht.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  6. #2506 | Martin Raible | 16. Juni 2017, 09:48

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 00:42:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. …“

    Ja. Er hat übersehen, dass man ein ruhendes System nach der Synchronisation der Uhren erst beschleunigen muss, um ein bewegtes System zu erhalten. Gleichberechtigt sind die Systeme dann nur, wenn man dafür sorgt, dass sie zumindest betragsmäßig dieselbe Beschleunigungsgeschichte haben. Der Witz ist eben, das Einstein immer von anfangs synchronisierten Uhren ausgeht. Seine als ideal dargestellte Synchronisationsmethode aber erfordert den Ruhezustand beider Systeme. Das wird die RT wohl nicht verändern, aber ihre Gültigkeit könnte sich einschränken. Die identischen Beschleunigungshistorien aller Uhrentransporteure, die zur Universellen Zeit führen, sind ja auch eingeschränkt auf Räume, die klein gegen das Weltalter sind.

    Nein, man synchronisiert die Uhren nicht und beschleunigt sie dann. Die Uhren bewegen sich schon gleichförmig geradlinig mit derselben Geschwindigkeit und werden danach im bewegten System, das dabei als ruhendes System betrachtet wird (was man nach dem Relativitätsprinzip auch darf), nach der von Einstein beschriebenen Methode synchronisiert. Einsteins Synchronisationsmethode erfordert nicht den Ruhezustand beider Systeme, da man das bewegte System nach dem Relativitätsprinzip als ruhend betrachten darf.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  7. #2507 | Martin Raible | 16. Juni 2017, 10:01

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 09:11:

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 00:42:

    Seine als ideal dargestellte Synchronisationsmethode aber erfordert den Ruhezustand beider Systeme. Das wird die RT wohl nicht verändern…

    Die Fehler durch Beschleunigung, die beim Gang von Uhren entstehen, kann man freilich durch Versuche ermitteln und vor dem Versuch mit gleichförmig bewegten Systemen heraus rechnen. Dagegen gäbe es nichts einzuwenden.

    Es entsteht kein Fehler durch Beschleunigung, denn auch die bewegten Uhren werden erst, nachdem sie ihre endgültige gleichbleibende Geschwindigkeit haben, synchronisiert.

    Aber das Korrekturrechnen von Uhrzeiten ist ja gerade das Faible der Relativisten nicht.

    Sie haben es gerade nötig, so etwas zu schreiben. Haben Sie schon das Uhrenparadoxon nachgerechnet oder können Sie das nicht?

    Diesen Kommentar: Zitieren
  8. #2508 | Noblinski | 16. Juni 2017, 14:11

    Martin Raible schrieb am 16. Juni 2017, 10:01:

    …auch die bewegten Uhren werden erst, nachdem sie ihre endgültige gleichbleibende Geschwindigkeit haben, synchronisiert.

    Das ist ja fabelhaft! Dann braucht man ja die Dilatation gar nicht mehr zu ermitteln. Bin beeindruckt!

    Diesen Kommentar: Zitieren
  9. #2509 | Martin Raible | 16. Juni 2017, 18:24

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 14:11:

    Martin Raible schrieb am 16. Juni 2017, 10:01:

    …auch die bewegten Uhren werden erst, nachdem sie ihre endgültige gleichbleibende Geschwindigkeit haben, synchronisiert.

    Das ist ja fabelhaft! Dann braucht man ja die Dilatation gar nicht mehr zu ermitteln. Bin beeindruckt!

    Wie kommen Sie denn auf die Idee?

    Diesen Kommentar: Zitieren
  10. #2510 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 16. Juni 2017, 18:48

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 15. Juni 2017, 09:54:

    Noblinski schrieb am 14. Juni 2017, 16:31:

    Martin Raible schrieb am 14. Juni 2017, 10:50:

    Die Zeitdilatation ist keine Angelegenheit der Wahrnehmung. Für jeden der beiden Beobachter geht die jeweils zu ihm bewegte Uhr wirklich langsamer als die eigene Uhr.

    Wenn Sie das sagen. Wenn die beiden Beobachter keine Trantüten sind und zudem miteinander kommunizieren können, dann werden sie ohne oder mit kurzer Rechnung darauf kommen, dass ihre Uhren gleich schnell gehen. Nebenher bemerkt, könnte man Uhren, die bereits gleich schnell gehen, auch im bewegten Zustand synchronisieren. Aber das ist ein anderes heikles und einsteinunfreundliches Thema. Es wäre überhaupt besser, Einstein als Autorität hätte selber dazu Stellung genommen. Ich vermute, er war selber unsicher.

    Er hat dazu 1938 Stellung genommen, wenngleich in verklausulierter Form: https://www.researchgate.net/publication/279530691_Einstein's_Third_Postulate

    „…in this case there would have to be many clocks in the upper c.s. and only one in the lower“

    Damit hat er unterstellt, dass Inertialsysteme nicht gleichberechtigt sind. Das „bewegte System“ kann nur mit einer einzigen Uhr am Ursprung bestückt werden, während das „ruhende System“ im Prinzip an jedem Punkt eine Uhr haben kann, entsprechend § 1, Einstein 1905.

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. Selbstverständlich kann auch das bewegte System mit beliebig vielen Uhren bestückt werden. Nur gehen diese bewegten Uhren nur im bewegten System synchron, während sie im ruhenden System nicht synchron gehen. Deswegen muss man, wenn eine Zeichnung einen Zeitpunkt im ruhenden System und damit nicht einen Zeitpunkt im bewegten System darstellen soll, verschiedene Zeiten auf den bewegten Uhren eintragen, so wie es sich aus einer genauen Rechnung mit Hilfe der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und Einsteins Synchronisationsverfahrens ergibt. Sie haben dagegen in der Abbildung in der Mitte von Seite 4 Ihres Papers „Einstein’s Third Postulate“ auf allen bewegten Uhren dieselbe Zeit eingetragen, obwohl die Zeichnung einen Zeitpunkt im ruhenden System darstellt (denn die ruhenden Uhren zeigen in der Zeichnung die gleiche Zeit). Ihre Zeichnung ist also falsch. Nur aufgrund dieser falschen Zeichnung behaupten Sie einen Widerspruch zwischen Einsteins Uhrensynchronisation und der Lorentz-Transformation. Ihr Paper ist damit nur für den Papierkorb geeignet.

    Das Papier landete nicht, wie Sie wissen, im Papierkorb, sondern wurde bereits veröffentlicht. Sie haben eben übersehen, dass es am Ort x=x’=0 einen Zeitpunkt gibt, der im bewegten und im ruhenden System der gleiche ist, nämlich t=t’=0. Genauso hat das Einstein auch gezeichnet.

    Nach §1 zeigen dann alle Uhren im bewegten System t’=0 an, weil sie nach Einstein’s Vorschrift vorher synchronisiert wurden. Das habe ich konsequenterweise so gezeichnet, denn es gibt keinen vernünftigen Grund, die synchron gehenden Uhren an den Orten x’=/=0 wegzulassen, so wie das Einstein gemacht hat.

    Freilich ergibt sich nun ein Widerspruch gemäß der LT nach §3, denn sie behauptet, die Uhren an den Orten x’=/=0 müssten nicht t’=0 gemäß der Synchronisationsvorschrift anzeigen, sondern t‘ = – x’v/c^2. Für x’=0 geht das auch in Ordnung, aber an keinem anderen Ort. Kein Wunder, dass Einstein darauf besteht, im „bewegten“ System nur eine einzige Uhr bei x’=0 einzuzeichnen.

    Somit zeigt sich, dass Einstein’s „Drittes Postulat“ nicht erfüllbar ist, weil die LT des §3 zu einer Aporie mit der Synchronisationsvorschrift des §1 führt.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  11. #2511 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 16. Juni 2017, 19:03

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:34:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind.

    Ich zitiere aus Einsteins Artikel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ von 1905 auf Seite 891: „…, sondern daß vielmehr für alle Koordinatensysteme, für welche die mechanischen Gleichungen gelten, auch die gleichen elektrodynamischen und optischen Gesetze gelten, wie dies für die Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist. Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wirt) zur Voraussetzung erheben …“

    Das hat er zwar geschrieben, aber es handelt sich um ein Postulat, welches genauso widerlegt ist wie das Postulat c=const für alle Beobachter, aus dem nach Voigt (und Einstein) die LT folgt. Beim GPS (Ashby) wird mit t’=t die „relative Gleichzeitigkeit“ ignoriert. Ebenso bei der üblichen Behandlung (Post) des Sagnaceffekts. Nur so lässt sich Übereinstimmung mit den Messungen erzielen.

    Bei der stellaren Aberration ist das seit eh und je bekannt, denn sie hängt nicht von der Relativgeschwindigkeit zwischen Stern und Teleskop ab, wie Einstein noch 1916 und Pauli noch 1920 glaubten. Dieser Unsinn folgte aus Einsteins unhaltbarer Formel von 1905.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  12. #2512 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 16. Juni 2017, 19:36

    Martin Raible schrieb am 16. Juni 2017, 09:48:

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 00:42:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. …“

    Ja. Er hat übersehen, dass man ein ruhendes System nach der Synchronisation der Uhren erst beschleunigen muss, um ein bewegtes System zu erhalten. Gleichberechtigt sind die Systeme dann nur, wenn man dafür sorgt, dass sie zumindest betragsmäßig dieselbe Beschleunigungsgeschichte haben. Der Witz ist eben, das Einstein immer von anfangs synchronisierten Uhren ausgeht. Seine als ideal dargestellte Synchronisationsmethode aber erfordert den Ruhezustand beider Systeme. Das wird die RT wohl nicht verändern, aber ihre Gültigkeit könnte sich einschränken. Die identischen Beschleunigungshistorien aller Uhrentransporteure, die zur Universellen Zeit führen, sind ja auch eingeschränkt auf Räume, die klein gegen das Weltalter sind.

    Nein, man synchronisiert die Uhren nicht und beschleunigt sie dann. Die Uhren bewegen sich schon gleichförmig geradlinig mit derselben Geschwindigkeit und werden danach im bewegten System, das dabei als ruhendes System betrachtet wird (was man nach dem Relativitätsprinzip auch darf), nach der von Einstein beschriebenen Methode synchronisiert. Einsteins Synchronisationsmethode erfordert nicht den Ruhezustand beider Systeme, da man das bewegte System nach dem Relativitätsprinzip als ruhend betrachten darf.

    Bravo! Das haben Sie richtig verstanden. Das System S hat also an beliebig vielen Punkten synchronisierte Uhren, die alle die gleiche Zeit anzeigen, z.B. t=0 wie von Einstein gezeichnet. Das System S‘ hat auch an beliebig vielen Punkten synchronisierte Uhren, die alle die gleiche Zeit anzeigen, z.B. t’=0, wie von mir gezeichnet. Wenn die Ursprünge der beiden Systeme zur Deckung gelangen, x=x’=0, zeigen alle Uhren in beiden Systemen t=t’=0.

    Dazu steht die LT des §3 im Widerspruch, denn sie behauptet, in S‘ würde die Zeit t‘ = -x‘ v/c^2 angezeigt, wenn in S überall t=0 gilt. Dies steht im Widerspruch zu der nach §1 durchgeführten Synchronisierung.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  13. #2513 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 16. Juni 2017, 20:09

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 14:11:

    Martin Raible schrieb am 16. Juni 2017, 10:01:

    …auch die bewegten Uhren werden erst, nachdem sie ihre endgültige gleichbleibende Geschwindigkeit haben, synchronisiert.

    Das ist ja fabelhaft! Dann braucht man ja die Dilatation gar nicht mehr zu ermitteln. Bin beeindruckt!

    Richtig! Sie existiert ja auch gar nicht, sondern wird nur von der unhaltbaren und experimentell widerlegten LT vorhergesagt.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  14. #2514 | Martin Raible | 17. Juni 2017, 10:16

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 16. Juni 2017, 18:48:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. Selbstverständlich kann auch das bewegte System mit beliebig vielen Uhren bestückt werden. Nur gehen diese bewegten Uhren nur im bewegten System synchron, während sie im ruhenden System nicht synchron gehen. Deswegen muss man, wenn eine Zeichnung einen Zeitpunkt im ruhenden System und damit nicht einen Zeitpunkt im bewegten System darstellen soll, verschiedene Zeiten auf den bewegten Uhren eintragen, so wie es sich aus einer genauen Rechnung mit Hilfe der Konstanz der Lichtgeschwindigkeit und Einsteins Synchronisationsverfahrens ergibt. Sie haben dagegen in der Abbildung in der Mitte von Seite 4 Ihres Papers „Einstein’s Third Postulate“ auf allen bewegten Uhren dieselbe Zeit eingetragen, obwohl die Zeichnung einen Zeitpunkt im ruhenden System darstellt (denn die ruhenden Uhren zeigen in der Zeichnung die gleiche Zeit). Ihre Zeichnung ist also falsch. Nur aufgrund dieser falschen Zeichnung behaupten Sie einen Widerspruch zwischen Einsteins Uhrensynchronisation und der Lorentz-Transformation. Ihr Paper ist damit nur für den Papierkorb geeignet.

    Das Papier landete nicht, wie Sie wissen, im Papierkorb, sondern wurde bereits veröffentlicht. Sie haben eben übersehen, dass es am Ort x=x’=0 einen Zeitpunkt gibt, der im bewegten und im ruhenden System der gleiche ist, nämlich t=t’=0. Genauso hat das Einstein auch gezeichnet.

    Nach §1 zeigen dann alle Uhren im bewegten System t’=0 an, weil sie nach Einstein’s Vorschrift vorher synchronisiert wurden. Das habe ich konsequenterweise so gezeichnet, denn es gibt keinen vernünftigen Grund, die synchron gehenden Uhren an den Orten x’=/=0 wegzulassen, so wie das Einstein gemacht hat.

    Freilich ergibt sich nun ein Widerspruch gemäß der LT nach §3, denn sie behauptet, die Uhren an den Orten x’=/=0 müssten nicht t’=0 gemäß der Synchronisationsvorschrift anzeigen, sondern t‘ = – x’v/c^2. Für x’=0 geht das auch in Ordnung, aber an keinem anderen Ort. Kein Wunder, dass Einstein darauf besteht, im „bewegten“ System nur eine einzige Uhr bei x’=0 einzuzeichnen.

    Somit zeigt sich, dass Einstein’s „Drittes Postulat“ nicht erfüllbar ist, weil die LT des §3 zu einer Aporie mit der Synchronisationsvorschrift des §1 führt.

    Die bewegten Uhren gehen im ruhenden System nicht synchron, zeigen im ruhenden System also nicht alle gleichzeitug t’=0 an. Das folgt aus Einsteins Synchronisationsverfahren, wie ich in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen habe. Vielmehr kommt bei Anwendung von Einsteins Synchronisationsverfahren das gleiche Ergebnis wie nach der LT heraus. Ihre Zeichnung ist also falsch und Ihr Paper ist wertlos.

    Diesen Kommentar: Zitieren
  15. #2515 | Martin Raible | 17. Juni 2017, 10:27

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 16. Juni 2017, 19:03:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:34:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind.

    Ich zitiere aus Einsteins Artikel „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“ von 1905 auf Seite 891: „…, sondern daß vielmehr für alle Koordinatensysteme, für welche die mechanischen Gleichungen gelten, auch die gleichen elektrodynamischen und optischen Gesetze gelten, wie dies für die Größen erster Ordnung bereits erwiesen ist. Wir wollen diese Vermutung (deren Inhalt im folgenden „Prinzip der Relativität“ genannt werden wirt) zur Voraussetzung erheben …“

    Das hat er zwar geschrieben, aber es handelt sich um ein Postulat, welches genauso widerlegt ist wie das Postulat c=const für alle Beobachter, aus dem nach Voigt (und Einstein) die LT folgt. Beim GPS (Ashby) wird mit t’=t die „relative Gleichzeitigkeit“ ignoriert. Ebenso bei der üblichen Behandlung (Post) des Sagnaceffekts. Nur so lässt sich Übereinstimmung mit den Messungen erzielen.

    Bei der stellaren Aberration ist das seit eh und je bekannt, denn sie hängt nicht von der Relativgeschwindigkeit zwischen Stern und Teleskop ab, wie Einstein noch 1916 und Pauli noch 1920 glaubten. Dieser Unsinn folgte aus Einsteins unhaltbarer Formel von 1905.

    Der Sagnac-Effekt lässt sich mit der Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit im Inertialsystem erklären. Die Existenz dieses Effektes widerlegt also nicht die SRT, sondern die Theorie des von der Erde mitgeführten Äthers.

    In der SRT-Formel für die Aberration \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi} steht die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachtern, so dass diese Formel der stellaren Aberration nicht widerspricht.

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  16. #2516 | Martin Raible | 17. Juni 2017, 10:30

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 16. Juni 2017, 20:09:

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 14:11:

    Martin Raible schrieb am 16. Juni 2017, 10:01:

    …auch die bewegten Uhren werden erst, nachdem sie ihre endgültige gleichbleibende Geschwindigkeit haben, synchronisiert.

    Das ist ja fabelhaft! Dann braucht man ja die Dilatation gar nicht mehr zu ermitteln. Bin beeindruckt!

    Richtig! Sie existiert ja auch gar nicht, sondern wird nur von der unhaltbaren und experimentell widerlegten LT vorhergesagt.

    Die Zeitdilatation wurde von Ives und Stilwell experimentell bestätigt. Die LT ist experimentell nicht widerlegt.

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  17. #2517 | nocheinPoet | 17. Juni 2017, 13:47

    Noblinski schrieb am 16. Juni 2017, 00:42:

    Martin Raible schrieb am 15. Juni 2017, 18:18:

    Einstein hat immer behauptet, dass Inertialsysteme gleichberechtigt sind. …“

    Ja. Er hat übersehen, dass man ein ruhendes System nach der Synchronisation der Uhren erst beschleunigen muss, um ein bewegtes System zu erhalten. Gleichberechtigt sind die Systeme dann nur, wenn man dafür sorgt, dass sie zumindest betragsmäßig dieselbe Beschleunigungsgeschichte haben. Der Witz ist eben, das Einstein immer von anfangs synchronisierten Uhren ausgeht. Seine als ideal dargestellte Synchronisationsmethode aber erfordert den Ruhezustand beider Systeme. Das wird die RT wohl nicht verändern, aber ihre Gültigkeit könnte sich einschränken. Die identischen Beschleunigungshistorien aller Uhrentransporteure, die zur Universellen Zeit führen, sind ja auch eingeschränkt auf Räume, die klein gegen das Weltalter sind.

    Unfug, es gibt kein absolut bewegtes System, darum muss man es auch nicht beschleunigen, man kann ja selber beschleunigen. Geschwindigkeit ist relativ, nicht absolut.

    Bewegen sich zwei Systeme zueinander, dann kann jedes als das ruhende definiert werden und das andere als bewegt. Beobachter in jedem System können sich selber also als ruhend und den anderen wechselseitig als bewegt bezeichnen.

    Warum werden nicht einfach erst mal die Grundlagen der Physik gelernt, so nach Newton, die Begriffe wie Koordinatensystem, Bezugssystem, Strecke, Zeit, Geschwindigkeit, Beschleunigung, Beobachter und so weiter …

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  18. #2518 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 17. Juni 2017, 14:12

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:16:

    Die bewegten Uhren gehen im ruhenden System nicht synchron, zeigen im ruhenden System also nicht alle gleichzeitug t’=0 an. Das folgt aus Einsteins Synchronisationsverfahren, wie ich in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen habe. Vielmehr kommt bei Anwendung von Einsteins Synchronisationsverfahren das gleiche Ergebnis wie nach der LT heraus. Ihre Zeichnung ist also falsch und Ihr Paper ist wertlos.

    Haben Sie nicht gerade gesagt:

    Die Uhren bewegen sich schon gleichförmig geradlinig mit derselben Geschwindigkeit und werden danach im bewegten System, das dabei als ruhendes System betrachtet wird (was man nach dem Relativitätsprinzip auch darf), nach der von Einstein beschriebenen Methode synchronisiert. Einsteins Synchronisationsmethode erfordert nicht den Ruhezustand beider Systeme, da man das bewegte System nach dem Relativitätsprinzip als ruhend betrachten darf.

    Danach darf man bei der Synchronisationsprozedur das bewegte System als „ruhend“ auffassen, d.h. alle Uhren zeigen dort die Zeit t’=0 an, wenn es die Uhr bei x’=0 tut. Genauso habe ich meine Uhrenergänzung gezeichnet.

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  19. #2519 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 17. Juni 2017, 14:33

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:27:

    Der Sagnac-Effekt lässt sich mit der Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit im Inertialsystem erklären.

    …wenn man wie Ashby oder Post die LT ignoriert und als „Zeittransformation“ Newton’s absolute Zeit verwendet: t‘ = t. Berücksichtigt man die LT, wie hier geschehen: http://aflb.ensmp.fr/AFLB-401/aflb401m820.htm, so erhält man das Additionstheorem auf dem rotierenden Interferometer mit c =const, d.h. die Zeiten für einen Umlauf sind richtungsunabhängig, so dass der Sagnaceffekt verschwinden würde.

    Die Existenz dieses Effektes widerlegt also nicht die SRT, sondern die Theorie des von der Erde mitgeführten Äthers.

    In der SRT-Formel für die Aberration \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi} steht die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachtern, so dass diese Formel der stellaren Aberration nicht widerspricht.

    Die „Relativgeschwindigkeit zwischen (welchen?) Beobachtern“ wurde von Relativisten erfunden, welche erkannt hatten, dass Einsteins falsche Aberrationsformel im Widerspruch zu den Beobachtungen an Doppelsternen führt. Sie reden nicht von „unterschiedlichen Beobachtern“, wenn es um den Dopplereffekt zwischen Stern und Teleskop geht.

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  20. #2520 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 17. Juni 2017, 14:51

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:30:

    Die Zeitdilatation wurde von Ives und Stilwell experimentell bestätigt. Die LT ist experimentell nicht widerlegt.

    Ives und Stilwell haben die Dopplerformel (18) in meinem Apeiron-Papier bestätigt (http://redshift.vif.com/JournalFiles/V10NO4PDF/V10N4ENG.PDF), wie dort auch zitiert. Diese Formel hat Einstein 1907 nachgeliefert, nachdem er 1905 nur Formel (12) angegeben hatte. Er hat nicht bemerkt, dass schon die Existenz von zwei Formeln für den Dopplereffekt mit dem Relativitätsprinzip der SRT nicht vereinbar ist, denn es kommt eben darauf an, ob sich die Quelle bewegt und der Empfänger ruht (18), oder ob sich der Empfänger bewegt und die Quelle ruht (12). Einstein hat das 1907 genauso gesehen und geschrieben.

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  21. #2521 | Noblinski | 18. Juni 2017, 10:30

    @ Martin Raible:

    Ich habe ein paar Tage über Ihren berechtigten Einwand nachgedacht, dass es für die identischen Anzeigen der Uhren im bewegten und im ruhend angenommenen System kein Bezugssystem gibt. Zeit ist ja nach Einstein das, was von Uhren angezeigt wird. Meine erste Vermutung war, dass es in der Vergangenheit liegt, nämlich in dem Ort, an dem die Uhren synchronisiert wurden. Das ist gleichzeitig der Ort, an den die Versuchsobjekte, wenn es sich um einen Versuch handelt, nachher wieder zurückkehren werden. Nun frage ich mich zweifelnd, ob das Relativitätsprinzip überhaupt noch gilt, wenn sich Beobachter in ihren mit Uhren bestückten Bezugssystemen nicht in derselben Gegenwart befinden. Diejenigen, die gerade lokal eine Zeitdilatation konstatieren, befinden sich ja streng genommen auch nicht in derselben Gegenwart. Das schöne Postulat von der Relativität der Bewegungen muss also da einen Mangel haben. Verlangt die Logik da nach einer zusätzlichen Dimension? Ich spüre, da bin ich mit meiner Vorstellungskraft am Ende. Dabei hilft es auch nicht, wenn diverse Poeten das Problem noch gar nicht verstanden haben.

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  22. #2522 | Noblinski | 18. Juni 2017, 14:33

    Vergessen habe ich noch, dass in einem zwischen den Beobachtern mit halber Geschwindigkeit mitfliegenden System auch dieselbe Zeit für beide Beobachter ermittelt wird. Das ist aber eine andere, ebenfalls gedehnte Zeit. Das erscheint mir auch sonst ungeeignet als Bezugssystem für eine übergeordnete Wahrheit. In einer Welt mit Zeitdilatation, Uhrenparadoxon und Bezugsrelativität muss jeder auch mathematisch nachprüfbare Uhrengleichgang zwischen den zueinander bewegten Beobachtern als Phantom hingestellt werden, für das es keine Erklärung gibt. Mir erscheint es vernünftiger, den logisch durch Kommunikation ermittelten Gleichgang als real anzunehmen und die Abweichungen als Eigenschaft der Wahrnehmung zu begreifen.

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  23. #2523 | nocheinPoet | 19. Juni 2017, 11:05

    Noblinski schrieb am 18. Juni 2017, 10:30:

    Meine erste Vermutung war, dass es in der Vergangenheit liegt, nämlich in dem Ort, an dem die Uhren synchronisiert wurden. Das ist gleichzeitig der Ort, an den die Versuchsobjekte, wenn es sich um einen Versuch handelt, nachher wieder zurückkehren werden.

    Man kann keine Nägel in den Raum schlagen, es ist unmöglich einen absoluten Ort im Raum auszuzeichnen. Nehmen wir zwei zueinander bewegte Bezugssysteme, als beide Nullpunkte einander treffen ereignet sich dort ein Blitz, in jedem System wird nun auch eine Uhr gestartet.

    Nach dem nun in jedem System 5 s vergangen sind, wird ein im System ruhender Beobachter meinen, das Ereignis habe sich am Ort des Nullpunktes ereignet. Die sind aber nun gegenseitig im anderen System immer bewegt. Man muss also auch immer den Zeitpunkt dazu nehmen.

    Noblinski schrieb am 18. Juni 2017, 10:30:

    Nun frage ich mich zweifelnd, ob das Relativitätsprinzip überhaupt noch gilt, wenn sich Beobachter in ihren mit Uhren bestückten Bezugssystemen nicht in derselben Gegenwart befinden.

    Zweifeln an dem eigenen Wissen ist sich nicht schlecht, könnte die Basis sein um zu lernen. Sicher macht es viel Sinn das Relativitätsprinzip erst mal richtig zu lernen und verstanden zu haben, bevor man daran zweifelt.

    Noblinski schrieb am 18. Juni 2017, 10:30:

    Diejenigen, die gerade lokal eine Zeitdilatation konstatieren, befinden sich ja streng genommen auch nicht in derselben Gegenwart. Das schöne Postulat von der Relativität der Bewegungen muss also da einen Mangel haben. Verlangt die Logik da nach einer zusätzlichen Dimension? Ich spüre, da bin ich mit meiner Vorstellungskraft am Ende.

    Nach dem das Relativitätsprinzip verstanden ist, also richtig, sollte man sich an die Relativität der Gleichzeitigkeit machen. Dann wird das mit der „selben Gegenwart“ sicher besser. Und ganz sicher muss die Relativität der Bewegung nicht überdacht werden, da ist kein Mangel, der Mangel liegt hier nur auf der Seite der Person, die die Dinge nicht richtig verstehen kann. Und nicht nur die Vorstellungskraft hat hier ein Ende bei Dir gefunden. Denn wie sich hier zeigt:

    Noblinski schrieb am 18. Juni 2017, 10:30:
    Dabei hilft es auch nicht, wenn diverse Poeten das Problem noch gar nicht verstanden haben.

    kann nicht mal richtig bis 1 gezählt werden.

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  24. #2524 | Noblinski | 19. Juni 2017, 11:45

    Habe mir gerade mal angeschaut, was Poincarè damals über das Relativitätsprinzip geschrieben hat- dabei fiel mir ein, dass wir hier ja kurz auf Dr. Engelhardts Einwände hin beim Sagnac-Interferometer gelandet waren und dass moderne Sagnac-Gyroskope Drehungen mit einer Empfindlichkeit von 1° registrieren können – und jetzt frage ich mich, ob man so ein Gyroskop mit einer geradlinigen Bewegung „betrügen“ könnte. Verrückt, nicht wahr? Ich glaube, ich gebe es auf.

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  25. #2525 | Martin Raible | 19. Juni 2017, 18:14

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 17. Juni 2017, 14:51:

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:30:

    Die Zeitdilatation wurde von Ives und Stilwell experimentell bestätigt. Die LT ist experimentell nicht widerlegt.

    Ives und Stilwell haben die Dopplerformel (18) in meinem Apeiron-Papier bestätigt (http://redshift.vif.com/JournalFiles/V10NO4PDF/V10N4ENG.PDF), wie dort auch zitiert. Diese Formel hat Einstein 1907 nachgeliefert, nachdem er 1905 nur Formel (12) angegeben hatte. Er hat nicht bemerkt, dass schon die Existenz von zwei Formeln für den Dopplereffekt mit dem Relativitätsprinzip der SRT nicht vereinbar ist, denn es kommt eben darauf an, ob sich die Quelle bewegt und der Empfänger ruht (18), oder ob sich der Empfänger bewegt und die Quelle ruht (12). Einstein hat das 1907 genauso gesehen und geschrieben.

    Ich finde es gut, dass Sie zugeben, dass Ives und Stilwell eine von Einsteins Doppler-Formeln bestätigt haben. Schaut man in Einsteins Paper von 1907 „Über das Relativitätsprinzip und die aus demselben gezogenen Folgerungen“, so findet man auf Seite 425 zwei Dopplerformeln.

    Die erste lautet \nu'=\nu\frac{1-\cos\phi\frac{v}{c}}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}. Hierbei ist \nu die Frequenz der Lichtquelle, \nu' die vom Beobachter wahrgenommene Frequenz des Lichtes, v die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachter und Lichtquelle und \phi der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung des Beobachters und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem der Lichtquelle.

    Die zwite lautet \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1-\cos\phi'\frac{v}{c}}.

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  26. #2526 | Martin Raible | 19. Juni 2017, 18:16

    Ich habe versehentlich auf den „Abschicken“-Button geklickt, obwohl mein Beitrag noch nicht fertig war. Ich werde den vollständigen Beitrag bald nachliefern.

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  27. #2527 | Martin Raible | 19. Juni 2017, 18:53

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 17. Juni 2017, 14:51:

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:30:

    Die Zeitdilatation wurde von Ives und Stilwell experimentell bestätigt. Die LT ist experimentell nicht widerlegt.

    Ives und Stilwell haben die Dopplerformel (18) in meinem Apeiron-Papier bestätigt (http://redshift.vif.com/JournalFiles/V10NO4PDF/V10N4ENG.PDF), wie dort auch zitiert. Diese Formel hat Einstein 1907 nachgeliefert, nachdem er 1905 nur Formel (12) angegeben hatte. Er hat nicht bemerkt, dass schon die Existenz von zwei Formeln für den Dopplereffekt mit dem Relativitätsprinzip der SRT nicht vereinbar ist, denn es kommt eben darauf an, ob sich die Quelle bewegt und der Empfänger ruht (18), oder ob sich der Empfänger bewegt und die Quelle ruht (12). Einstein hat das 1907 genauso gesehen und geschrieben.

    Ich finde es gut, dass Sie zugeben, dass Ives und Stilwell eine von Einsteins Doppler-Formeln bestätigt haben. Schaut man in Einsteins Paper von 1907 „Über das Relativitätsprinzip und die aus demselben gezogenen Folgerungen“, so findet man auf Seite 425 zwei Dopplerformeln.

    Die erste lautet \nu'=\nu\frac{1-\cos\phi\frac{v}{c}}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}. Hierbei ist \nu die Frequenz der Lichtquelle, \nu' die vom Beobachter wahrgenommene Frequenz des Lichtes, v die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachter und Lichtquelle und \phi der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung des Beobachters und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem der Lichtquelle.

    Die zweite lautet \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1-\cos\phi'\frac{v}{c}}. Der Unterschied zur ersten Formel besteht darin, dass nun statt \phi der Winkel \phi' in der Formel steht. \phi' ist der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung der Lichtquelle und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem des Beobachters.

    Jetzt verändere ich die Definition von \phi', indem ich \phi' den Winkel zwischen der zur Bewegungsrichtung der Lichtquelle entgegengesetzen Richtung und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem des Beobachters nenne. Die Doppler-Formel lautet nun \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1+\cos\phi'\frac{v}{c}}

    Da \phi' und \phi' voneinander verschieden sind, folgt aus der Existenz dieser zwei Formeln überhaupt nicht eine Verletzung des Relativitätsprinzips, wie Dr. Engelhardt behauptet. In die beiden Formeln werden verschiedene Größen eingesetzt, und nur deswegen unterscheiden sie sich. Nach dem Aberrationsgesetz (auf Seite 912 von Einsteins Artikel von 1905 „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“) ist \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi}. Setzt man diese Formel ein, so erkennt man die Äquivalenz der beiden Dopplerformeln, so dass es keine Verletzung des Relativitätsprinzips gibt.

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  28. #2528 | Martin Raible | 19. Juni 2017, 19:00

    Martin Raible schrieb am 19. Juni 2017, 18:53:

    Da \phi' und \phi' voneinander verschieden sind, …

    Ich habe einen Tippfehler gemacht. Ich wollte schreiben „Da \phi' und \phi voneinander verschieden sind, …“

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  29. #2529 | Martin Raible | 19. Juni 2017, 21:30

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 17. Juni 2017, 14:33:

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:27:

    Der Sagnac-Effekt lässt sich mit der Konstanz der Vakuumlichtgeschwindigkeit im Inertialsystem erklären.

    …wenn man wie Ashby oder Post die LT ignoriert und als „Zeittransformation“ Newton’s absolute Zeit verwendet: t‘ = t. Berücksichtigt man die LT, wie hier geschehen: http://aflb.ensmp.fr/AFLB-401/aflb401m820.htm, so erhält man das Additionstheorem auf dem rotierenden Interferometer mit c =const, d.h. die Zeiten für einen Umlauf sind richtungsunabhängig, so dass der Sagnaceffekt verschwinden würde.

    In dem Wikipedia-Artikel über das Sagnac-Interferometer wird der Sagnac-Effekt im Abschnitt „Theorie“ unter der Voraussetzung hergeleitet, dass sich das Licht im Vakuum im Inertialsystem immer mit der gleichen Geschwindigkeit c ausbreitet. Der Effekt verschwindet demnach nicht. Finden Sie doch einen Rechenfehler in dieser Herleitung.

    Die Existenz dieses Effektes widerlegt also nicht die SRT, sondern die Theorie des von der Erde mitgeführten Äthers.

    In der SRT-Formel für die Aberration \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi} steht die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachtern, so dass diese Formel der stellaren Aberration nicht widerspricht.

    Die „Relativgeschwindigkeit zwischen (welchen?) Beobachtern“ wurde von Relativisten erfunden, welche erkannt hatten, dass Einsteins falsche Aberrationsformel im Widerspruch zu den Beobachtungen an Doppelsternen führt. Sie reden nicht von „unterschiedlichen Beobachtern“, wenn es um den Dopplereffekt zwischen Stern und Teleskop geht.

    Im System des ersten Beobachters breitet sich das Licht unter einem Winkel \phi zur x-Achse aus. Im System des zweiten Beobachters breitet sich das Licht unter einem Winkel \phi' zur x‘-Achse aus. Der zweite Beobachter bewegt sich im System des ersten Beobachters mit der Geschwindigkeit v in +x-Richtung. Der erste Beobachter bewegt sich im System des zweiten Beobachters mit der Geschwindigkeit v in -x‘-Richtung. Es gelten daher die Gleichungen: x'=\frac{x-vt}{\sqrt{1-v^2/c^2}}, t'=\frac{t-vx/c^2}{\sqrt{1-v^2/c^2}}, x'=ct'\cos\phi', x=ct\cos\phi. Aus diesen vier Gleichungen folgt die Aberrationsformel \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi}. In der SRT-Formel für die Aberration steht also die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachtern, so dass diese Formel der stellaren Aberration nicht widerspricht.

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  30. #2530 | Martin Raible | 20. Juni 2017, 03:21

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 17. Juni 2017, 14:12:

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:16:

    Die bewegten Uhren gehen im ruhenden System nicht synchron, zeigen im ruhenden System also nicht alle gleichzeitug t’=0 an. Das folgt aus Einsteins Synchronisationsverfahren, wie ich in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen habe. Vielmehr kommt bei Anwendung von Einsteins Synchronisationsverfahren das gleiche Ergebnis wie nach der LT heraus. Ihre Zeichnung ist also falsch und Ihr Paper ist wertlos.

    Haben Sie nicht gerade gesagt:

    Die Uhren bewegen sich schon gleichförmig geradlinig mit derselben Geschwindigkeit und werden danach im bewegten System, das dabei als ruhendes System betrachtet wird (was man nach dem Relativitätsprinzip auch darf), nach der von Einstein beschriebenen Methode synchronisiert. Einsteins Synchronisationsmethode erfordert nicht den Ruhezustand beider Systeme, da man das bewegte System nach dem Relativitätsprinzip als ruhend betrachten darf.

    Danach darf man bei der Synchronisationsprozedur das bewegte System als „ruhend“ auffassen, d.h. alle Uhren zeigen dort die Zeit t’=0 an, wenn es die Uhr bei x’=0 tut. Genauso habe ich meine Uhrenergänzung gezeichnet.

    Man darf das bewegte System als ruhend auffassen und das ruhende System als bewegt, wenn man seinen Standpunkt verändert und sich mit dem bewegten Beobachter statt mit dem ruhenden Beobachter identifiziert. Das bedeutet nicht, dass das bewegte System mit dem ruhenden System identisch wäre. Die bewegten Uhren gehen in dem ruhenden System nicht synchron, wie von mir in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen. Ihre Zeichnung ist daher falsch, und Ihre Einsteinwiderlegung in Ihrem Paper „Einstein’s Third Postulate“ ist misslungen.

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  31. #2531 | Noblinski | 20. Juni 2017, 09:52

    Martin Raible schrieb am 20. Juni 2017, 03:21:

    Das bedeutet nicht, dass das bewegte System mit dem ruhenden System identisch wäre. Die bewegten Uhren gehen in dem ruhenden System nicht synchron,…

    Ich glaube, die Herrschaften diskutieren hier auf fatale Weise aneinander vorbei.

    Um z.B. die Gleichzeitigkeit eines Ereignisses zu demonstrieren, kann man sich nämlich in dem von Einstein favorisierten Beispiel auswählen, dass der bewegte Beobachter im fahrenden Zug genau in dem Augenblick an dem stehenden Beobachter auf dem Bahndamm vorüberfährt, wenn auch beide Lichtblitze dort eintreffen. Um allerdings Uhren zu synchronisieren müssen zwei solche Ereignisse konstruiert werden. Das ist unmöglich, es sei denn, man setzt irgendwie und leutselig voraus, dass die Uhren vorher synchronisiert wurden.

    Man darf das bewegte System als ruhend auffassen und das ruhende System als bewegt, wenn man seinen Standpunkt verändert und sich mit dem bewegten Beobachter statt mit dem ruhenden Beobachter identifiziert.

    Wenn Sie das schnell genug schaffen, können Sie auch gleichzeitig auf beide Uhren schauen.

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  32. #2532 | nocheinPoet | 20. Juni 2017, 13:40

    Noblinski schrieb am 20. Juni 2017, 09:52:

    Martin Raible schrieb am 20. Juni 2017, 03:21:

    Das bedeutet nicht, dass das bewegte System mit dem ruhenden System identisch wäre. Die bewegten Uhren gehen in dem ruhenden System nicht synchron,…

    Ich glaube, die Herrschaften diskutieren hier auf fatale Weise aneinander vorbei.

    Was Du glaubst ist irrelevant, geht hier ja um Physik, die Dinge sind klar definiert und beschreibbar. Belegt ist hier aber auch, Du und der alte Mann haben viele physikalische Grundlagen nicht verstanden, Wolfgang scheitert da auch schon wie Du ganz unten an elementaren Begriffen. Über die Jahre habe ich so viel Mist und Schwachsinn von dem Kerl gelesen, der Begriff Fremdschämen bekam da immer wieder für mich eine neue Dimension. 😀

    Noblinski schrieb am 20. Juni 2017, 09:52:

    Um z.B. die Gleichzeitigkeit eines Ereignisses zu demonstrieren, …

    Weiter musste ich hier schon nicht lesen, Du kämpfst hier natürlich eisern gegen Wolfgang um die Krone der Deppen. Denk doch mal nach, Du schreibst [u]ein[/u] Ereignis …

    Will Dir da mal helfen, wahrscheinlich erkennst Du es sonst alleine nicht, die Frage nach Gleichzeitigkeit stellst sich bei einem Ereignis kein normaler Beobachter, es müssen da zwingend immer zwei Ereignisse miteinander in Bezug gesetzt werden.

    Es braucht also ein Bezugssystem, zwei Ereignisse und dann kann man fragen, sind beide Ereignisse in dem gegebenen System gleichzeitig oder nicht. Wenn man die Grundlagen kennt kann es recht einfach sein. Und davon abgesehen ist „demonstrieren“ auch nicht wirklich das passende Verb.

    Noblinski schrieb am 20. Juni 2017, 09:52:

    … kann man sich nämlich in dem von Einstein favorisierten Beispiel auswählen, dass [u]der bewegte Beobachter im fahrenden Zug[/u] genau in dem Augenblick an dem stehenden Beobachter auf dem Bahndamm vorüberfährt, wenn auch beide Lichtblitze dort eintreffen. Um allerdings Uhren zu synchronisieren müssen zwei solche Ereignisse konstruiert werden. Das ist unmöglich, es sei denn, man setzt irgendwie und leutselig voraus, dass die Uhren vorher synchronisiert wurden.

    Oh man, sollte wohl heißen, der im Zug ruhende Beobachter. Der Rest ist auch wieder Grütze.

    Noblinski schrieb am 20. Juni 2017, 09:52:

    Man darf das bewegte System als ruhend auffassen und das ruhende System als bewegt, wenn man seinen Standpunkt verändert und sich mit dem bewegten Beobachter statt mit dem ruhenden Beobachter identifiziert.

    Wenn Sie das schnell genug schaffen, können Sie auch gleichzeitig auf beide Uhren schauen.

    Gleichzeitig in welchem System?

    Also mein Rat, suche Dir mit Wolfgang ein Hobby entsprechend Eurer geistigen Fähigkeiten, Puzzeln, Häkeln mit Hilfestellung, oder Synchronatmen wäre da doch was.

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  33. #2533 | Noblinski | 20. Juni 2017, 16:24

    nocheinPoet schrieb am 20. Juni 2017, 13:40:

    Was Du glaubst ist irrelevant, geht hier ja um Physik…

    Über die Jahre habe ich so viel Mist und Schwachsinn von dem Kerl gelesen…

    Das Missverständnis mit der Gleichzeitigkeit besteht darin, dass natürlich beide Beobachter zur gleichen Zeit beide Lichtblitze bemerken. Dennoch akzeptiere ich die Kritik. Andererseits bewahrheitet sich hier mal wieder der gute Rat, sich mit Beispielen immer nahe an Einstein zu halten, wenn man nicht Schwachkopf genannt werden möchte. Im Übrigen habe ich den Eindruck, dass sich die Diskussion hier im Kreise dreht, die Situation der Uhren wurde von Dr. Engelhardt schon im Post #601 (vorletzer Absatz) und von M. Raible vordem und dann ab #602 abgearbeitet. Da möchte ich auch nicht weiter langweilen. Aber es ist mir derweil eine schlichte, aber phänomenale Möglichkeit eingefallen, Uhren in Bewegung mit ruhenden zu synchronisieren. Darum nehme ich das „irgendwie und leutselig“ aus meinem letzten Statement zurück und wünsche allen Teilnehmern hier noch einen harmonischen Abschluss.

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  34. #2534 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 20. Juni 2017, 17:04

    Martin Raible schrieb am 19. Juni 2017, 18:53:

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 17. Juni 2017, 14:51:

    Martin Raible schrieb am 17. Juni 2017, 10:30:

    Die Zeitdilatation wurde von Ives und Stilwell experimentell bestätigt. Die LT ist experimentell nicht widerlegt.

    Ives und Stilwell haben die Dopplerformel (18) in meinem Apeiron-Papier bestätigt (http://redshift.vif.com/JournalFiles/V10NO4PDF/V10N4ENG.PDF), wie dort auch zitiert. Diese Formel hat Einstein 1907 nachgeliefert, nachdem er 1905 nur Formel (12) angegeben hatte. Er hat nicht bemerkt, dass schon die Existenz von zwei Formeln für den Dopplereffekt mit dem Relativitätsprinzip der SRT nicht vereinbar ist, denn es kommt eben darauf an, ob sich die Quelle bewegt und der Empfänger ruht (18), oder ob sich der Empfänger bewegt und die Quelle ruht (12). Einstein hat das 1907 genauso gesehen und geschrieben.

    Ich finde es gut, dass Sie zugeben, dass Ives und Stilwell eine von Einsteins Doppler-Formeln bestätigt haben. Schaut man in Einsteins Paper von 1907 „Über das Relativitätsprinzip und die aus demselben gezogenen Folgerungen“, so findet man auf Seite 425 zwei Dopplerformeln.

    Die erste lautet \nu'=\nu\frac{1-\cos\phi\frac{v}{c}}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}. Hierbei ist \nu die Frequenz der Lichtquelle, \nu' die vom Beobachter wahrgenommene Frequenz des Lichtes, v die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachter und Lichtquelle und \phi der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung des Beobachters und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem der Lichtquelle.

    Die zweite lautet \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1-\cos\phi'\frac{v}{c}}. Der Unterschied zur ersten Formel besteht darin, dass nun statt \phi der Winkel \phi' in der Formel steht. \phi' ist der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung der Lichtquelle und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem des Beobachters.

    Jetzt verändere ich die Definition von \phi', indem ich \phi' den Winkel zwischen der zur Bewegungsrichtung der Lichtquelle entgegengesetzen Richtung und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem des Beobachters nenne. Die Doppler-Formel lautet nun \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1+\cos\phi'\frac{v}{c}}

    Da \phi' und \phi' voneinander verschieden sind, folgt aus der Existenz dieser zwei Formeln überhaupt nicht eine Verletzung des Relativitätsprinzips, wie Dr. Engelhardt behauptet. In die beiden Formeln werden verschiedene Größen eingesetzt, und nur deswegen unterscheiden sie sich. Nach dem Aberrationsgesetz (auf Seite 912 von Einsteins Artikel von 1905 „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“) ist \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi}. Setzt man diese Formel ein, so erkennt man die Äquivalenz der beiden Dopplerformeln, so dass es keine Verletzung des Relativitätsprinzips gibt.

    Die Transformation der Winkel ist Unsinn, denn sie führt zu der falschen Einstein’schen Aberrationsformel, die ich mit Hilfe der LT vorgerechnet habe. Exakt aus diesem Grund habe ich das Kapitel über die Aberration eingefügt.

    Erstaunlich, dass Sie die Aberration umdefinieren auf irgendwelche zwei Beobachter, jetzt aber, wo Sie es brauchen können, doch Einstein’s Winkeltransformation benützen, die natürlich zum Widerspruch mit den Beobachtungen an Doppelsternen steht.

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  35. #2535 | Dr. Wolfgang Engelhardt | 20. Juni 2017, 17:10

    Martin Raible schrieb am 20. Juni 2017, 03:21:

    Die bewegten Uhren gehen in dem ruhenden System nicht synchron, wie von mir in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen. Ihre Zeichnung ist daher falsch, und Ihre Einsteinwiderlegung in Ihrem Paper „Einstein’s Third Postulate“ ist misslungen.

    Das ist eine bloße Behauptung, die aus der LT folgt (§3), während aus Einstein’s Synchronisationsprozedur (§1) t=t’=0 folgt, wenn x=x’=0 gilt. Meine Einsteinwiderlegung ist also per Widerspruchsbeweis gelungen.

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  36. #2536 | Herr Senf | 20. Juni 2017, 20:05

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 20. Juni 2017, 17:10:

    …, während aus Einstein’s Synchronisationsprozedur (§1) t=t’=0 folgt, wenn x=x’=0 gilt. Meine Einsteinwiderlegung ist also per Widerspruchsbeweis gelungen.

    Ihr „Widerspruchsbeweis“ ist gründlichst mißlungen, weil dt ungleich dt‘ usw.

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  37. #2537 | galileo2609 | 20. Juni 2017, 23:51

    Engelhardt,

    Wolfgang Engelhardt schrieb am 20. Juni 2017, 17:10:
    Meine Einsteinwiderlegung ist also per Widerspruchsbeweis gelungen.

    haben sie, wie Hartwig Thim, ebenfalls für das Eintreten ihres Ablebens vorgesorgt?

    Grüsse galileo2609

    Hartwig Thim

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  38. #2538 | Martin Raible | 21. Juni 2017, 18:04

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 20. Juni 2017, 17:04:

    Martin Raible schrieb am 19. Juni 2017, 18:53:

    Ich finde es gut, dass Sie zugeben, dass Ives und Stilwell eine von Einsteins Doppler-Formeln bestätigt haben. Schaut man in Einsteins Paper von 1907 „Über das Relativitätsprinzip und die aus demselben gezogenen Folgerungen“, so findet man auf Seite 425 zwei Dopplerformeln.

    Die erste lautet \nu'=\nu\frac{1-\cos\phi\frac{v}{c}}{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}. Hierbei ist \nu die Frequenz der Lichtquelle, \nu' die vom Beobachter wahrgenommene Frequenz des Lichtes, v die Relativgeschwindigkeit zwischen Beobachter und Lichtquelle und \phi der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung des Beobachters und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem der Lichtquelle.

    Die zweite lautet \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1-\cos\phi'\frac{v}{c}}. Der Unterschied zur ersten Formel besteht darin, dass nun statt \phi der Winkel \phi' in der Formel steht. \phi' ist der Winkel zwischen der Bewegungsrichtung der Lichtquelle und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem des Beobachters.

    Jetzt verändere ich die Definition von \phi', indem ich \phi' den Winkel zwischen der zur Bewegungsrichtung der Lichtquelle entgegengesetzen Richtung und der Verbindungslinie „Lichtquelle-Beobachter“ im Ruhesystem des Beobachters nenne. Die Doppler-Formel lautet nun \nu'=\nu\frac{\sqrt{1-\frac{v^2}{c^2}}}{1+\cos\phi'\frac{v}{c}}

    Da \phi' und \phi' voneinander verschieden sind, folgt aus der Existenz dieser zwei Formeln überhaupt nicht eine Verletzung des Relativitätsprinzips, wie Dr. Engelhardt behauptet. In die beiden Formeln werden verschiedene Größen eingesetzt, und nur deswegen unterscheiden sie sich. Nach dem Aberrationsgesetz (auf Seite 912 von Einsteins Artikel von 1905 „Zur Elektrodynamik bewegter Körper“) ist \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi}. Setzt man diese Formel ein, so erkennt man die Äquivalenz der beiden Dopplerformeln, so dass es keine Verletzung des Relativitätsprinzips gibt.

    Die Transformation der Winkel ist Unsinn, denn sie führt zu der falschen Einstein’schen Aberrationsformel, die ich mit Hilfe der LT vorgerechnet habe. Exakt aus diesem Grund habe ich das Kapitel über die Aberration eingefügt.

    Erstaunlich, dass Sie die Aberration umdefinieren auf irgendwelche zwei Beobachter, jetzt aber, wo Sie es brauchen können, doch Einstein’s Winkeltransformation benützen, die natürlich zum Widerspruch mit den Beobachtungen an Doppelsternen steht.

    In der Aberrationsformel \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi} ist v die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Beobachtern. Der erste Beobachter misst einen Winkel \phi zwischen der Ausbreitungsrichtung der Strahlung und der Bewegungsrichtung des zweiten Beobachters. Der zweite Beobachter misst einen Winkel \phi' zwischen der Ausbreitungsrichtung der Strahlung und der zur Bewegungsrichtung des ersten Beobachters entgegengesetzten Richtung. Der erste Beobachter kann beispielweise dieselbe Geschwindigkeit wie die Erde im Sommer haben. Und der zweite Beobachter kann dieselbe Geschwindigkeit wie die Erde im Winter haben. Dann stimmt die Aberrationsformel mit der beobachteten stellaren Aberration überein.

    Es ist aber auch möglich, dass der erste Beobachter sich mit der Lichtquelle mitbewegt. Dann ist v die Relativgeschwindigkeit zwischen dem (zweiten) Beobachter und der Lichtquelle, und \phi ist der Winkel zwischen der Ausbreitungsrichtung der Strahlung und der Bewegungsrichtung des (zweiten) Beobachters im System der Lichtquelle. In diesem Fall stellt die Aberrationsformel die Verbindung zwischen den beiden Einsteinschen Doppler-Formeln her: Man kann mit ihr zeigen, dass die beiden Doppler-Formeln äquivalent sind, so dass das Relativitätsprinzip nicht verletzt wird. Allerdings hat die Anwendung dieses Falles (erster Beobachter=Lichtquelle) auf astronomische Beobachtungen keinen Sinn. Denn \phi ist der Winkel zwischen der Ausbreitungsrichtung der Strahlung und der Bewegungsrichtung des (zweiten) Beobachters im System der Lichtquelle. Und diesen Winkel hat keiner gemessen, weil das praktisch unmöglich ist. In der Aberrationsformel \cos\phi'=\frac{\cos\phi-v/c}{1-(v/c)\cos\phi} steht also eine experimentell unbestimmte Größe, so dass eine experimentelle Bestätigung oder Widerlegung in diesem Fall nicht möglich ist.

    Um die Aberrationsformel experimentell zu prüfen, muss v die Relativgeschwindigkeit zwischen zwei Beobachtern sein, in deren Bezugssystemen die beiden Winkel \phi und \phi' tatsächlich gemessen wurden. Das kann beispielweise die Erde zu zwei verschiedenen Jahreszeiten sein.

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  39. #2539 | Martin Raible | 21. Juni 2017, 21:47

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 20. Juni 2017, 17:10:

    Martin Raible schrieb am 20. Juni 2017, 03:21:

    Die bewegten Uhren gehen in dem ruhenden System nicht synchron, wie von mir in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen. Ihre Zeichnung ist daher falsch, und Ihre Einsteinwiderlegung in Ihrem Paper „Einstein’s Third Postulate“ ist misslungen.

    Das ist eine bloße Behauptung, die aus der LT folgt (§3), während aus Einstein’s Synchronisationsprozedur (§1) t=t’=0 folgt, wenn x=x’=0 gilt. Meine Einsteinwiderlegung ist also per Widerspruchsbeweis gelungen.

    Das ist keine bloße Behauptung. Dass die bewegten Uhren im ruhenden System nicht synchron gehen, folgt aus Einsteins Uhrensynchronisationsprozedur, nicht nur aus der LT. Das habe ich in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen. Ihre Zeichnung ist daher falsch, und Ihr Paper ist unbrauchbar.

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  40. #2540 | nocheinPoet | 22. Juni 2017, 14:34

    Dr. Wolfgang Engelhardt schrieb am 20. Juni 2017, 17:10:

    Martin Raible schrieb am 20. Juni 2017, 03:21:

    Die bewegten Uhren gehen in dem ruhenden System nicht synchron, wie von mir in Kommentar Nr. 574 vom 8. Juli 2015, 01:16 Uhr bewiesen. Ihre Zeichnung ist daher falsch, und Ihre Einsteinwiderlegung in Ihrem Paper „Einstein’s Third Postulate“ ist misslungen.

    Das ist eine bloße Behauptung, die aus der LT folgt (§3), während aus Einstein’s Synchronisationsprozedur (§1) t=t’=0 folgt, wenn x=x’=0 gilt. Meine Einsteinwiderlegung ist also per Widerspruchsbeweis gelungen.

    Ach du nun wieder, wie lächerlich und peinlich der Versuch sich selber hier zu belobigen und zuzusprechen. Ich gehe davon aus, du weißt schon das du irrst und lügst hier einfach nur. Wie der Weg ist in der Physik etwas zu falsifizieren und wer dann darüber wertet ob das gelungen ist oder nicht sollte dir noch bekannt sein. Menschlich halte sicher nicht nur ich dich für ein schlechtes verlogenes Subjekt. 😀

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